Die sieben Zauber des Mondlands


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Kurzinterview

Die Kurzbiographie

Thomas A. Baumgartner 1960 (Yearbook yourself)

Herr Baumgartner, welche Botschaft möchten Sie den Lesern Ihrer Geschichte in diesem Buch vermitteln?


Nun, eigentlich geht es mir nicht in erster Linie um die Übermittlung von Botschaften, auch wenn dies natürlich automatisch geschieht, wenn ein Buch gelesen wird. Ich erzähle lieber die Geschichte.

Welche Botschaft dahintersteckt, darf jedes für sich selber herausfinden.


Und welche Botschaften halten Sie für Kinder in der heutigen Zeit besonders wichtig bzw. helfen ihnen diese, sich zu selbstsicheren Persönlichkeiten zu entwickeln?


Also gut. Meiner Meinung nach fehlt es generell oftmals an der Sprachfähigkeit bei den jüngeren Generationen. Dabei könnte ein grosser Wortschatz absolut zu Konfliktlösungen beitragen.
Freude an der Sprache, das spielerische Entdecken von Sprach- und Wortwitzen, Eintauchen in neue Fantasiewelten, das alles soll die modernen Freizeitbeschäftigungen von Nintendo, Playstation oder X-box nicht ersetzen – aber die Herzensfreude, die Kinder beim Lesen spüren, die kuschelige Geborgenheit, wenn Mami oder Papa sich abends vor dem Einschlafen für ein Märchenkapitel Zeit nimmt, dieser Zauber darf gerade in der heutigen Gesellschaft auf keinen Fall verloren gehen.
Kinder erinnern sich ein Leben lang an solche Werte und Erfahrungen.


Warum schreiben Sie eigentlich?


Weil ich kann (lacht). Nein ernsthaft, schon als Kind wollte ich entweder Klavierspieler oder Autor werden.
Das Schreiben fasziniert mich einfach. Wie fühlen, denken, handeln andere Personen, wie ist es, jemand anderes zu sein? Manchmal probiere ich verrückte Dinge aus, um diese dann auf dem Papier besser erlebbar machen zu können. Für das kleine Gespenst habe ich mich zum Beispiel in einem XXL-Mocea-Shirt unter die Dusche gestellt, damit ich weiss, wie es sich anfühlt, als Gespenst nass zu werden.
Ich mag es, mit der Sprache umzugehen. Worte streichen und Synonyme finden, noch treffendere Eigenschaften, die genau
das Gefühl auszudrücken, das jeder kennt, aber nicht beschreiben kann.


Wie entstand die Idee für dieses Kinderbuch?


Eines Abends habe ich meinen Söhnen von meiner Kindheit erzählt und dass ich – wie übrigens meine „Ableger“ auch – schon immer gerne Geschichten geschrieben habe und Tagebuch und Briefe und Hip Hop Reime und Aufsätze und und und.
Daraufhin wurde ich von ihnen gebeten, ein Märchen für sie zu erfinden. Und wer soll darin spielen? Ein Drache! Ein Gespenst! Ein Skateboard! Ein Skateboard? Ja! Und Frau Holland! Du meinst Frau Holle? Nein, Frau Holland! Und wer soll das sein? Keine Ahnung!


Was ist das für ein Gefühl, wenn ein Buch nach Monaten Arbeit beendet wird?


Zwiespältig. Ich habe Angst vor jeder Veröffentlichung bzw. was danach auf mich zukommt. Interviews wie dieses, Presse und Lesungen und solche Sachen. Viel lieber würde ich direkt mit der Fortsetzung des zweiten Teils beginnen (lacht).
Aber ich bin natürlich auch sehr euphorisch und stolz, obwohl ich nie sicher bin, wann ein Buch wirklich fertig ist. Vielleicht könnte ich ja hier oder da doch nochmal was überarbeiten?
„Erstaunlich für mich als Autor, zu sehen, dass meine Figuren plötzlich begonnen hatten, einen eigenen, von mir unabhängigen Weg zu gehen.“ Dieser Satz stammt vom Autor Mathias Jeschke und ich kann das nur unterschreiben.


Wie ist die Resonanz der kleinen Fans? Bekommen Sie Briefe, Mails, Zeichnungen? Welche Figur lieben die Kinder am meisten und warum?


Aber das sind ja gleich drei Fragen gleichzeitig! (Überlegt kurz.) Also. Kinder und auch Jugendliche schicken uns Post, aber meistens sind es schon die Erwachsenen, die ihren Sprösslingen beim Formulieren helfen.
Am häufigsten dreht es sich dabei um den Miteinbezug der „Leser dieser Geschichte“, die über die Horchekugel direkt mit dem kleinen Gespenst, dem kleinen Drachen und Mausemäuschen Himbeerpfötchen im Buch kommunizieren können.
Oder die Zwischenfragen, die vereinzelt im Märchen gestellt werden, sind auch gut vertreten.
Schweizer und Österreicher finden es lustig, dass Frau Holland österreichische Dialektausdrücke mitbringt.
Seltener geht es um Lösungsanfragen aus dem grossen, dunkelbraunen Buch der Rätsel.

Bei den Märchenfiguren ist das freche, aber schreckhafte Mausemädchen eindeutig Favorit. Wiedermal das Nesthäkchen (lacht). Himbeerpfötchen macht und sagt was sie will und was sich vielleicht nicht jeder getrauen würden. Und sie stösst dabei natürlich an die Grenzen der anderen. Sie ist impulsgesteuert, der jeweils stärkste Trieb bestimmt ihr Handeln. Das Davor und Danach interessiert sie nicht. Das kennen die Kids doch nur zu gut.
Ja, und sozusagen den Leser-Oscar für die beste Nebenrolle heimst dann wohl die süsse Igelfamilie ein. Sie muss Bekanntschaft mit Herrn Holles Gemeinheiten machen, kommt dann aber doch noch auf wunderliche Art zu einer mehrstöckigen Laubhaufenwohnung.


Alexa Riemann hat Ihre Geschichte mit wunderbaren Illustrationen untermalt. Wie war die Zusammenarbeit mit ihr?


Ganz grosse Klasse! Obwohl ich wahrscheinlich Schuld an dem einen oder anderen zuckenden Auge war… Aber immerhin ist sie wegen meiner dauernden Änderungswünsche noch keiner Selbsthilfegruppe beigetreten (lacht).
Alexa war sehr engagiert und hat mich auf so manche Kleinigkeit hingewiesen, die dem Buch noch den letzten Schliff gegeben haben. Da surfen wir beide auf der gleichen Welle. Auf ihr Mondland Cover-Schrägstrich-Suchbild bin ich besonders stolz.
Wer sehen will, was Alexa sonst noch drauf hat, besucht am besten ihre Website www.drei-nette-baeume.de.


Warum haben Sie über BoD veröffentlicht?


Wahrscheinlich, weil ich wohl einfach zu faul war, bei anderen Verlagen Türklinken zu putzen. Das Tohuwabohu im Verlagswesen interessiert mich nämlich nur peripher. Natürlich bin ich offen und dankbar für Hinweise, aber ich brauche Lektoren, die Korrektur lesen, nicht solche, welche die komplette Handlung bestimmen wollen. Da bin ich meinen Privatlektoren sehr dankbar.


Ist Ihr Buch nicht gut genug, um bei renommierten Verlagen ins Sortiment aufgenommen zu werden?


Das möchte ich die Leser entscheiden lassen. Leseproben gibts ja gratis und auf mondland.cc kann sogar eine kurze Zusammenfassung pro Kapitel gelesen werden. Das ist meines Wissens noch ziemlich einzigartig. Aber keine Angst, es wird natürlich nicht zu viel verraten (grinst). Aber so unbedeutend ist BoD ja nun auch wieder nicht, da gab’s ja doch schon die eine oder andere Auszeichnung für diesen Verlag. Wussten Sie, dass sogar Göthe für seine ersten Werke tief in die eigene Tasche greifen musste? (Lacht)


Wie viel von Thomas steckt in Ihrem Märchen? Hat die fehlende Vaterfigur Einfluss auf den Bösewicht Herrn Holle?


Käumlich. Herr Holle entstand eher nach Danny DeVito’s Körperbau. Bei Frau Holland habe ich mich an meiner superlieben Oma orientiert. Vielleicht ist der kleine Drache so selbstbewusst, wie ich es als Kind gern gewesen wäre. Und vielleicht hätte ich damals auch gern so locker drauf los reden können wie Himbeerpfötchen.


Wann erscheint das Hörbuch?

(Überrascht) Woher wissen Sie denn von meinen Hörbuchplänen?


Wir sind immer gut informiert...

Ja ich merke es (grinst). Das ist noch nicht sicher. Die Aufnahmen für ein Minihörbuch im Studio von Matthias Roider sind abgeschlossen. Ich befürchte, dass ich wohl schon wieder die Ursache für zuckende Augen war. Sorry Matthias. Aber dafür können sich die grossen und kleinen Kids jetzt auf 30 Minuten geniale, halbinteraktive Unterhaltung freuen. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten...


Welche Kinderbücher haben Ihre Kindheit besonders geprägt?


Spontan erinnere ich mich da an Klassiker wie
Hatschi Bratschis Luftballon von von Ginzkey Franz Karl und Erwin Tintner,
Das kleine Gespenst von Otfried Preußler. Ich überlege, ob mein eigenes kleines Gespenst nicht vielleicht früher mal an einer Uhr gedreht haben könnte, als es noch jünger war… (lacht)
Weitere Bücher waren die Märchen der Gebrüder Grimm oder
Sagen aus Österreich.
Jugendbücher wie TKKG von Stefan Wolf und
Die Pizza-Bande von Wolfgang Hohlbein sind auch dabei.
Und natürlich Comics. Asterix von Uderzo und Goscinny, Lucky Luke von Morris, Mickey Mouse und Donald Duck von Walt Disney.
Sozusagen mein inneres Kind wird gerade von Harry Potter geprägt (lacht).


Welche Bücher stehen sonst noch in Ihrem Bücherregal?


Bücherregal! Ist wohl noch auf der IKEA-Einkaufsliste... Aber im Bücherschrank tummeln sich unzählige Exemplare wild durcheinander, alte, neue, deutsche, englische, Belletristik, Sachbücher, Ratgeber, Esoterik, Romane, Fantasy, querbeetein durch die ganze Bandbreite.
Im Moment steht T.C. Boyle, Grün ist die Hoffnung und Tommy Jaud’s Millionär hoch im Kurs.


Herzlichen Dank für das Interview.





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